Netlabelfestival.ch
DRM, P2P, CC, GPL, FTP, FLAAC, RSS, WEB 2.0, MP3, ASX, OGG, … alles schon gehört und probiert oder keine Ahnung? Die Netzmusik war am 17./18. November zu Besuch in Zürich, mit allem technischen und permortativen Schnick-Schnack. Ab sofort gehört das Netlabelfestival.ch zu den grössten Festivals ihrer Art. Und das weltweit. Die Rote Fabrik bot einen hervorragenden Rahmen für die Distribution von Musik in Zeiten von Internet, Peer-to-Peer-Filesharing und Digital Ristriction Management.
Nachdem in den Medien theoretische Standpunkte schon ausgiebig dargelegt und diskutiert wurden, beschäftigt das Netlabelfestival Musiker, die in der vernetzten virtuellen Welt zu Hause sind. Interessanterweise war das Netlabelfestival.ch 06 ausserordentlich gut besucht, trotz 4 weiterer Veranstaltungen in Zürich mit ähnlichem musikalischem Fokus. Das zeigt einmal mehr, wieviel Platz in Zürich für elektronische und freie Musik ist.
Netlabel Short Cuts
Im Panel Netlabel Short Cuts wurde die Distribution und Verfügbarkeit des Kulturguts Musik diskutiert. Sim Sullen und Sven Swift, die beiden professionellen Dilletanten von 12rec.net stellten ihr Netlabel vor und machten dabei klar, dass sie ausschliesslich Musik von nicht GEMA-Mitgliedern publizieren. Jeff und Erick aka Cinch, der auch am Abend für fette Beats sorgte projezierten die Erfolgsgeschichte von Imnotok.com und betonten einmal mehr die Bedeutung der Lust an der freien Musik. Beide Netlabels sind 100% nicht-kommerziell und dienen ausschliesslich dem persönlichen Lustgefühl. Ganz im Gegensatz dazu steht mx3.ch. Daniel Schneider erläutert die Bedeutung des Internets für einene staatlichen Radiosender (Radio Virus). Dabei geht es in erster Linie darum, eine Lösung zu finden, wie im nationalen Radio vermehrt Schweizer Musik gespielt werden kann. Die Idee einer Internetplattform liegt dabei auf der Hand und die Musiker werden mit Air Plays belohnt. Soziales Kapital wie es nicht besser verdient werden kann. Carl von Micromusic weist auf die kommunikative Bedeutung der Musik hin und betont, dass sich die über 7 jährige Arbeit auf alle Fälle gelohnt hat. Allen Netlabels gemeinsam ist eine Weltkarte in ihrer Präsentation. Ein Netlabel ist ein globales Unternehmen. Es kennt keine Grenzen, nur graue Flecken in der Welt, die noch keinen Internetanschluss besitzen oder durch sonstige widrige Umstände nicht in den Genuss der freien Online Musik kommen könnnen oder wollen. Dazu gehört sicher auch der persönliche Geschmack, denn nicht alle lieben elektronische Musik und die ist im Moment online noch stärker präsent als alle anderen Stilrichtungen. Der Grund dafür ist laut Sim Sullen denkbar einfach: Elektronische Musik ist von vornherein digital und es ist kein weiteres Problem, den Sound ins Netz zu stellen. Jede Band muss jedoch ihre Aufnahme in einem Studio machen und publiziert dann eben - eher aus Konvention, als Kalkulation - auf harten Datenträgerinnen wie z.B. Platten oder CDs. Diese Publikationsvariante schliessen die Netlabels natürlich nicht aus. Etwas physisch fassbares ist immer noch ein wichtiger Werbeträger für die Musik.
Die Kunst der Distribution
Netlabels kultivieren die Kunst der Verpackung von Musik. Dabei wird methodisch vorgegangen, meist aber auch sehr liebevoll und detaillverliebt. Die Herstellung eines Datenträgers und dessen Wert steht somit in keinem Verhältnis zum Preis. Diese Kostenrechnung ist im Betriebssystem Netlabels nicht vorgesehen. So will man kein Geld verdienen, nur die Betriebskosten decken und mit das Guthaben auf dem Paypal Account wird durch den Kauf von anderen Netlabel Publikationen wieder reduziert. Die Netlabelbetreiber sind Musikliebhaber, die ihre Musik und die ihrer Freunde verbreiten wollen und diesen Prozess zum Teil auch als Kunst sehen. Zu den Designern von Plattencovern sind also nun auch die Netlabelorganisatoren hinzugstossen, die im ganzen Ausmass des Vertriebs, dafür Sorge tragen, dass Musik hochwertig gestaltet wird.
Wirtschaftliche Aspekte
Moritz Sauer, Publizist im Fachbereich Netlabels beschreibt diese Prozesse und hat sich damit zum deutschsprachigen Historiker der Bewegung empor gearbeitet. Auch so kann ein Geschäftsmodell aussehen. Eric Poschers Registered Commons ist eine Software um die Rückverfolgung eines Autors gewährleisten zu können. Registered Commons ist ein bezahltes Forschungsprojekt. Mit dem Eintritt zum Netlabelfestival konnten auch Honorare an jede Menge Künstler und die Organisatoren ausgezahlt werden. Es ist nicht abzusehen, welche Früchte die Freie Musik im Internet für Einzelne und die Musiker im Speziellen noch tragen wird.

Rote Fabrik
Zürich
17./18.November
Netlabelfestival.ch
Juni 25th, 2009 at 10:22 pm e
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Juli 2nd, 2009 at 8:14 pm e
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Juli 2nd, 2009 at 9:42 pm e
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