After the Beep
AFTER THE BEEP ist eine Ausstellung im Auftrag der Haute Ecole d‘Art et de Design
de Genève (HEAD), kuratiert von Damian Jurt und Izet Sheshivari
Das Projekt wrude von der „Haute Ecole d‘Art et de Design de Genève“ (HEAD) in Auftrag gegeben, mit dem Ziel die Werke ehemaliger Kunststudenten einem Publikum ausserhalb von Genf vorzustellen. Die Austellung AFTER THE BEEP wagt den Versuch einerseits auf die Bedürfnisse der Absolventen der „Haute Ecole d‘Art et de Design“ einzugehen, andererseits sich mit aktuellen Fragen der kuratorischen Praxis auseinanderzusetzen. Das Konzept der Ausstellung nimmt Bezug zu den multiplen Formen zeitgenössicher Kunst und will ihre Themen, die sich in konstanter Veränderung befinden, hinterfragen.
Aufgrund ihrer Recherchen haben Jurt und Sheshivari festgestellt, dass sich die Verbindungen und der Austausch zwischen den Kunstschulen bzw. den jungen Kunstschaffenden der Kunstzentren der Schweiz (Genf, Zürich, Basel) auf einem reduzierten Niveau befinden. Diese Situation erscheint paradox in Anbetracht der vielfachen Kommunikationsformen und Austauschmöglichkeiten unserer Zeit.
Aufgrund dieses Missstandes wurde ein Projekt erarbeitet, welches eine Auswahl
von Arbeiten Genfer Absolventen zeigt. Die Ausstellung in Basel und Zürich soll den Kontakt zwischen Basler, Zürcher und Genfer Künstler fördern.
Zwei Räume stehen zur Verfügung. Der eine befindet sich in Basel (Kasko), der andere in Zürich (Dock 18). Trotz der Distanz handelt es sich um eine Ausstellung. Beide Räume gehören zum nationalen Kunstraumnetzwerk OFF/OFF. Die Räume OFF/OFF kultivieren
einen aktiven Austausch untereinander. Das Projekt soll den jungen Kunstschaffenden, die direkt oder indirekt in das Projekt involviert sind, zu Gute kommen.
KURATORISCHES KONZEPT
Der erste Raum, das Dock 18 in Zürich, zeigt Arbeiten von Beat Lippert, Sophia Bulliard, André Tavares und Fabienne Radi. Die Werke zweier Künstler, darunter Olivier Desvoignes, werden uns von der Galerie J (Raphael Juillard) zur Verfügung gestellt. Der zweite Raum, das Kasko in Basel, zeigt eine Reproduktion der Ausstellung in Zürich. Das heisst, in Basel werden Projektionsflächen zu sehen sein, die die Ausstellung (die Werke in ihrer räumlichen Anordnung) des Dock 18 zeigen. Die Ausstellung von Zürich wird also gleichzeitig in Basel zu sehen sein, einfach in digitaler Reproduktion.
Öffnungszeiten
Dieses Projekt dauert zwei Wochen (07. 12. 2007 - 17. 12. 2007). Das Dock 18 wird während 10 Tagen (07. 12. 2007 - 16. 12. 2007) für die Ausstellung offen sein und das Kasko für ein Wochenende (14./15./16. 12. 2007). 6. Dezember 2007: Vernissage im Dock 18, Zürich
Teilnahme
Interessierte Basler Künstler kommen ins Kasko, wo sie einen künstlerischen Beitrag zu der projizierten Austellung leisten können. Die eingeladenen Künstler können im Rahmen dieses Wochenendes in performativer oder materieller Art etwas zu der projizierten Ausstellung hinzufügen. Performances können vor Ort erarbeitet werden. Auf eine spielerische Art und Weise soll so ein „Treffen“ von Genfer und Basler Künstlern entstehen. Wo bleiben eigentlich die Zürcher Künstler in diesem Konzept? Haben die nichts beizutragen?
Zitate und Diskurs
Die Ausstellungsmacher zitieren Walter Benjamin und die technische Reproduzierbarkeit des Kunstwerkes sowie Martin Burckhardt, Der Schatten der Dinge. Ueber Jahrhunderte hat die Kunst die Einzigartigkeit als Maxime für sich beansprucht. Doch spätestens seit der technischen Reproduzierbarkeit von Kunstwerken1 ist der Diskurs um das Verschwinden des Orginals allgegenwärtig. Diese Debatte ist durch die Digitalisierung und deren massenhaften Verbreitung durch das Internet verschärft worden. Die digitale Kunst, da sie aus einer beliebig austauschbaren und editierbaren Datenmenge, lässt die Flüchtigkeit des Orginals noch drastischer erscheinen. Wir gehen von der Annahme aus, dass sich diese Tendenz weiterentwickeln wird und somit die Vergleichgültigung von Kunstwerken neue Fragestellungen aufwerfen wird. Ist also die Kunst durch ihre Allgegenwärtigkeit vom Verwschwinden bedroht2? Und was bedeutet das für die Künstler?
Das Verschwinden des Originals
Das Dock 18 in Zürich, zeigt Arbeiten, die sich mit dem Verschwinden des Orginals befassen. Der zweite Raum, das Kasko in Basel, zeigt eine digitale Reproduktion von der Austellung in Zürich. Durch diesen aktuellen Diskurs, sehen wir uns veranlasst, den (Basler) Künstlern die Möglichkeit zu geben anhand ihrer Projekte im Kasko Position zu beziehen.
Grenze zwischen kuratorischer und künstlerischer Arbeit
Auch soll die Frage gestellt werden, wo sich die Grenze zwischen kuratorischer und künstlerischer Arbeit befindet. Kann man das Dispositif im Kasko auch als ein Kunstprojekt betrachten oder ist es lediglich das Austellungsdisplay ?
KÜNSTLER, Kuratoren oder was bleibt übrig? Wer existiert und wer nicht?
Fabienne Radi stellt eine Baumwollfahne mit den Massen 200 x 150 cm vor, in der
Das Digitale zur Materie wird. Diese Arbeit stellt die Umkehrung des Digitalisierungsprozesses dar: Ein Transformationsprozess. Die Mire (Fernsehtestbild) ist auch als Symbol der Leere zu betrachten. Sie ist das Symbol des Sendeschlusses, sie steht als Symbol für das Nicht-Signal.
Beat Lippert, Untitled, Installation, 80 cm x 160 cm, untersucht die Idee der unendlichen Reproduktion. Das Orginal droht dabei in der Masse zu verschwinden. Die Materie verändert sich bei gleichbleibender Erscheinung. Was bleibt dabei übrig ?
Sophia Bulliard behandelt mit der Videoprojektion Somes jobs (20 min) die Frage der Nicht-Existenz der Arbeit. Die Künstlerin zeigt 5 Portraits von 5 Personen, wovon 4 Personen einen fiktiven Beruf zeigen. Der Betrachter weiss letztendlich nicht welche Berufe wirklich existieren und welche nicht.
André Tavares zeigt Untitled Lambdaprints auf Alluminium in schwarz/weiss, 42/33 cm und behandelt dabei die Reproduzierbarkeit von Kunstwerken. Wie nimmt der Betrachter das Vermischen von Fiktion und Realität wahr und was für Schlüsse zieht er dabei für sich?
Galerie J, (Raphael Juillard) , VW, Golf Galerist: Raphael Juillard Assistentin: Marianne Guarino-Huet, Nathalie Rebholz. Die Galerie J wird an der Austellung nicht präsent sein. Die Arbeiten von Olivier Desvoignes und Körner Union, die durch die Galerie J zur Verfügung gestellt werden, lassen die Absenz der Galerie J präsent werden. Die gezeigten Arbeiten Thematisieren die Absenz von der Galerie J. Existiert eine Arbeit wenn man ihr den Kontext entzieht und wird sie damit zu einer anderen Arbeit ?
DAMIAN JURT/ IZET SHESHIVARI
Damian Jurt und Izet Sheshivari arbeiten seit März 2007 als kuratoraisches Team. Das Team erarbeitet und leitet kuratorische Konzepte. Damian Jurt: Kurator, Künstler, Musiker und Izet Sheshivari: Kurator, Künstler, Verleger, Musiker
PARTNER
HEAD, Haute Ecole d‘art et de design de Genève (Geneva University of Art and Design), Kaskadenkondensator - Projektraum für aktuelle Kunst und Performance in Basel und Dock18 - Raum für Medienkulturen.